Niedersachsen verfolgt bei der Energiewende ambitionierte Ziele: Das Land will bereits im Jahr 2020 rund 25 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energien decken. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf die Anfrage der umwelt- und energiepolitischen Sprecher der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer und Axel Miesner, hervor. „Mit dem Energiekonzept der Landesregierung wird Niedersachsen seiner Rolle als führendem Energieland gerecht“, sagte Bäumer. Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende sei der Ausbau der Windkraft zu Wasser und an Land, wie Bäumer betonte. So sollen neue Onshore-Windkraftanlagen künftig 7.500 Megawatt mehr Leistung als bisher (6.800 Megawatt) produzieren können. „Bezieht man den Bau dieser leistungsfähigen Windkraftanlagen und Repowering mit in die Prognosen ein, ist es rechnerisch schon 2020 möglich, etwa 90 Prozent des Stroms durch erneuerbare Energien zu decken“, so Bäumer. Nach seinen Berechnungen müssten zu diesem Zweck 1000 neue Anlagen an Land erricht sowie rund 3000 bereits installierte Anlagen erneuert werden.

Miesner verwies auf das hohe Potential, das Geothermie für eine erfolgreiche Energiewende besitze. „Die Kooperation zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Bohrindustrie sorgt dafür, dass Erdwärme-Nutzung in Niedersachsen mehr als bloße Zukunftsmusik ist.“ Mit dem in Celle geplanten Forschungszentrum „Drilling Simulator“ sollen neuartige Bohrtechniken für den notwendigen Tiefenaufschluss getestet werden. Dies sei laut Miesner ein entscheidender Schritt, um künftig unterirdische Wärmetauscher zu entwickeln und einzusetzen. „Niedersachsen bleibt damit bundesweit in Fragen rund um die Geothermie der Vorreiter.“

Zur Anpassung von Angebot und Nachfrage bedürfen die erneuerbaren Energien Speicherkapazitäten und „intelligenter Netze“, fügte Miesner an: „Wir begrüßen daher die Forschungsvorhaben des Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) und die Ausschreibung eines Forschungsverbundes ,Intelligente Netze Norddeutschland‘ (SmartNord)“. Die Bereitstellung von insgesamt 3,6 Millionen Euro für den Verbund in den nächsten drei Jahren stehe für das deutliche Engagement der Landesregierung, so Miesner.

Bäumer und Miesner betonten zudem, dass das Energiekonzept der Landesregierung nur ein Baustein eines dreiteiligen Plans für die Energiewende sei. „Bis Herbst 2012 werden wir auch ein Klimaschutz- und ein Energieprogramm in den Händen halten“, sagte Miesner. Bäumer kündigte an, dass die CDU-Landtagsfraktion mit parlamentarischen Initiativen weitere Anregungen zum Konzept der Landesregierung beisteuern werde.

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CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag – Pressestelle
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