Frisch geerntete Kartoffel in Form eines Herzens, die in zwei geöffneten Händen liegt
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Landesvorstand beschließt Thesenpapier WALSRODE. Im Rahmen seiner traditionellen Jahresauftaktklausurtagung in Walsrode hat der Landesvorstand der CDU in Niedersachsen ein Thesenpapier zur Landwirtschaftspolitik beraten und beschlossen. Dieses wird Teil des neuen Grundsatzprogramms der Landes-CDU, das auf dem Landesparteitag in Hildesheim am 13. August beschlossen werden soll.  „Die CDU in Niedersachsen betont ausdrücklich die Selbständigkeit und die damit verbundene Kultur der Eigenverantwortung unserer Landwirte. Die Familienbetriebe prägen unsere Landwirtschaft. Sie sind sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich von großer Bedeutung in unserer niedersächsischen Heimat“, erklärte Landesvorsitzender David McAllister. Der CDU-Landesvorstand stellt in dem Papier fest, dass die bäuerlichen Familienbetriebe in Niedersachsen das Rückgrat der Landwirtschaft sind. Zukunftsfähige Landwirtschaft müsse sich im internationalen Wettbewerb einem stetigen Wandel stellen. Dazu heißt es im Thesenpapier: „Von besonderer Bedeutung ist dabei die Nutzung von Innovationen – insbesondere bei der Züchtung von Pflanzen, beim modernen Pflanzenschutz und in der Landmaschinentechnik. Die Tierzucht und die Tierhaltung werden sich auch in Zukunft unter dem Aspekt von Tierwohl technologisch weiterentwickeln.“ Zur Rolle der Landwirtschaft als Teil der Wirtschaft erklärte der Vorsitzende des Landesfachausschusses Landwirtschaft der CDU in Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke: „Die Landwirtschaft als Teil des Mittelstandes hat eine große Bedeutung für unsere moderne Industriegesellschaft und deren Lebens- und Erholungsbedürfnisse. Die CDU bekennt sich auch in der Landwirtschaft zur Sozialen Marktwirtschaft, zum Eigentum an Grund und Boden, zum Wettbewerb, zum freien Unternehmertum und zu einer gesunden Eigentumsverteilung. Landwirtschaftliche Nutzfläche darf nicht unter reinen Renditeaspekten zum Spekulationsobjekt von Nicht-Landwirten werden.“ Die CDU in Niedersachsen beachtet dabei auch die Rolle des Tierschutzes: „Unsere nach guter fachlicher Praxis wirtschaftenden Landwirte arbeiten nach international höchsten Standards. Die artgerechte Haltung der Tiere ist elementarer Bestandteil der Arbeit und Ausbildung auf den Höfen in Niedersachsen. Der Wettbewerbsdruck im Lebensmitteleinzelhandel hat in der Vergangenheit auf der Erzeugerseite im Bereich der Tierhaltung zu einer spezialisierten Intensivtierhaltung geführt.  Schlechte Bedingungen bei der Haltung von Tieren hängen jedoch nicht von der Größe des Betriebes ab. Große Betriebe können bestens geführt sein, kleine mangelhaft und umgekehrt“, stellen die niedersächsischen Christdemokraten im beschlossenen Thesenpapier fest. Helmut Dammann-Tamke meinte zur Situation der Milchwirtschaft: „Die CDU in Niedersachsen unterstützt die Milcherzeuger und die Molkereien bei ihrem ständigen Anpassungsprozess an den zunehmenden Wettbewerb und wachsenden internationalen Handel. Zugleich verlangt unsere Gesellschaft auch im Bereich der Milchviehhaltung hohe Standards für den Tier-, den Natur- und Umwelt-, und den Immissionsschutz. Die Mehrkosten dürfen die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe nicht gefährden.“ „Die in Niedersachsen produzierten Lebensmittel sind im internationalen Vergleich qualitativ hochwertig und sicher. Die gesetzlichen Vorgaben, die Sachkunde und Fachkenntnis unserer Landwirte und der Verarbeiter gewährleisten eine hohe Qualität. Die CDU in Niedersachsen setzt sich für eine umfassende Transparenz bei der Herstellung von Lebensmitteln innerhalb der gesamten Produktionskette ein. Jeder einzelne Schritt vom Acker oder aus dem Stall auf den Teller muss nachvollziehbar sein“,  erklärt Helmut Dammann-Tamke. Die Kulturlandschaft in Niedersachsen sei seit Jahrhunderten durch die bäuerliche Landwirtschaft geformt worden, heißt es im Thesenpapier der CDU in Niedersachsen. Die ländliche Kultur sei über viele Generationen hinweg von bäuerlichen Traditionen und Werten geprägt. Andere Interessen seien in den letzten Jahrzehnten hinzugetreten – zum Beispiel die Intensive Nutzung der Natur durch Freizeitaktivitäten und Tourismus. Zwischen den unterschiedlichen Interessen gelte es einen fairen Ausgleich zu finden. „Unsere Dörfer und die niedersächsische Landschaft machen unsere Heimat attraktiv. In den Dörfern finden die Menschen Halt und Identität. Hier erfahren sie die prägende Kraft von Geschichte, Kultur, Brauchtum und regionalem Lebensgefühl“, stellte David McAllister fest. Der CDU-Landesvorsitzende weiter: „Diese Einzigartigkeit an Lebensqualität der ländlichen Räume in Niedersachsen entbindet uns nicht von der Verpflichtung, auch in Zukunft für gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land – insbesondere in den Bereichen der medizinischen und Nah-Versorgung, der Breitbandversorgung und des Öffentlichen Personennahverkehrs – einzutreten.“