Für eine Kultur des Mitmachens, der Verantwortung, des Gemeinsinns und der Zivilcourage.
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Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement

Die Zukunft unserer Gesellschaft hängt nicht allein von der Frage nach Wachstum und Wohlstand ab, sondern auch vom gesellschaftlichen Zusammenhalt. Bürgerschaftliches Engagement möglichst vieler Niedersachsen leistet dafür den entscheidenden Beitrag und ist Ausdruck persönlicher Freiheit und Verantwortung.

Die CDU in Niedersachsen steht für eine Kultur des Mitmachens und der Verantwortung, des Gemeinsinns und der Zivilcourage, anstatt einer Mitnahmementalität und einer ständig wachsenden Anspruchshaltung! Diese Werte werden überall im bürgerschaftlichen Engagement gelebt und geschult. Es ist eine der tragenden Säulen unserer Gesellschaft. Mehr als jeder dritte Bürger ist in Niedersachsen ehrenamtlich tätig. Die CDU in Niedersachsen will diese vielfältige Motivation unbedingt erhalten. Dazu ist es notwendig, auch neue Formen und Modelle des freiwilligen Engagements zu fördern.

 

Ehrenamt ist Ehrensache

Jeder hat Talente, die das Gemeinwesen bereichern können. Wer sich einsetzt, profitiert von seinen Erfahrungen und wird durch die Anerkennung in der Gesellschaft motiviert. Unser Gemeinwesen ist auf den aktiven Beitrag seiner Bürger angewiesen. Wer sich in einem Ehrenamt oder anderweitig engagiert, hilft anderen und trägt zum guten Miteinander der Menschen bei, zum Beispiel in der Kirchengemeinde, im Verein, in der Jugendarbeit, im kulturellen Bereich, im Katastrophenschutz, in der Feuerwehr, den Rettungsdiensten, in der Wohlfahrt, in den Kammerorganen oder in Parteien. Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement sind Ausdruck des Prinzips der Subsidiarität, für das die CDU in Niedersachsen eintritt.

Mit der demografischen Entwicklung, Veränderungen in Ausbildung und Beruf, der Familie, dem Freizeitverhalten, dem Trend zu Individualisierung, der Digitalisierung oder der Zuwanderung steht das Ehrenamt in Niedersachsen vor großen Herausforderungen. Diese will die CDU aktiv gemeinsam mit den Beteiligten gestalten.

Wir sind überzeugt, dass ehrenamtliche Angebote allen Menschen offenstehen müssen. Das ist ein wichtiger Beitrag für eine inklusive Gesellschaft sowie zum Miteinander der Generationen. Für uns kommt es daher auch darauf an, dass jedermann Freiräume für bürgerschaftliches Engagement haben muss.

So vielfältig das bürgerschaftliche Engagement ist, so vielfältig sind auch die Motive und die Einsatzmöglichkeiten. Interessierte wie Aktive benötigen daher Ansprechpartner, um eine flächendeckende Beratung sicherzustellen und die Zahl der engagierten Bürger weiter zu erhöhen. Ältere Menschen verfügen über Zeit, Lebenserfahrung und berufliche Qualifikationen, die kostbar sind und die nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben nicht verloren gehen dürfen. Daher brauchen wir Flexibilität bei den Altersgrenzen für ehrenamtliches Engagement. Insbesondere jüngere Menschen engagieren sich in ihren dynamischen Lebensphasen eher projektbezogen und spontan. Sie benötigen individuelle und flexible Angebote, die sich an ihren Interessen orientieren und bei denen sie auch schon nach kurzer Zeit Verantwortung übernehmen können.

Ehrenamt braucht günstige Rahmenbedingungen

Die Leistungen der Ehrenamtlichen sind stetig öffentlich zu würdigen. Es kommt der CDU aber nicht nur auf die ideelle Anerkennung an. Wir befürworten auch finanzielle Leistungen sowie steuer- und sozialversicherungsrechtliche Vorteile, sofern diese den unverwechselbaren Kern des unentgeltlichen Ehrenamtes nicht infrage stellen. Beispielsweise können die Vorteile, Leistungen und Vergünstigungen der von der CDU eingeführten Ehrenamtskarte ein Anreizsystem sein, dass in Niedersachsen flächendeckend allen Inhabern zugutekommen soll und das ausgebaut werden kann.

Der Wert des Ehrenamtes muss auch in den Schulen und Hochschulen vermittelt werden. Sie sollen sich mit Vereinen, Verbänden und Kirchengemeinden vor Ort vernetzen und sie in ihre pädagogische Arbeit einbinden. Gleichzeitig brauchen Schüler und Studierende zeitliche Freiräume für ihr ehrenamtliches Engagement. So können junge Menschen dauerhaft für die Arbeit in Verbänden, Vereinen und Politik interessiert werden. Wer sich als Jugendlicher engagiert, tut dies auch als Erwachsener und ist Vorbild in seiner Altersgruppe. Die CDU spricht sich daher für eine bedarfsgerechte Förderung der Jugendarbeit aus.

Damit sich bürgerschaftliches Engagement entfalten kann, müssen der bürokratische Aufwand und die rechtlichen Vorgaben so gering wie möglich sein. Neue und bestehende rechtliche Vorschriften sowie administrative Verwaltungsaufgaben müssen grundsätzlich auf ihre Verträglichkeit mit der ehrenamtlichen Praxis überprüft werden und gegebenenfalls vermindert werden. Förderrichtlinien und Anträge sind in leicht verständlicher Sprache zu verfassen, um eine jugendgerechte Beteiligung leichter möglich zu machen.

Auch wenn das Ehrenamt mit Geld nicht aufzuwiegen ist, sind Land und die Kommunen in der Verantwortung, dem Ehrenamt die notwendige Infrastruktur und gute Bedingungen zur Verfügung zu stellen. Diese finanzielle Unterstützung muss kontinuierlich und verlässlich sein.

Höhere Anforderungen an das zahlenmäßig zurückgehende Ehrenamt machen umfangreiche Qualifizierungsmaßnahmen notwendig. Gute, regelmäßige, flächendeckende und kostengünstige Qualifizierungsangebote sind unerlässlich, um auch zukünftig Menschen für bürgerschaftliches Engagement motivieren zu können. Ehrenamtlich engagierte Menschen sind durch ihr Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein, ihre Einsatzbereitschaft, ihre Teamfähigkeit und Belastbarkeit für jeden Arbeitgeber eine Bereicherung. Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung, unkomplizierte und unbürokratische Freistellungsmöglichkeiten, die Erlaubnis zur abgestimmten Nutzung der betrieblichen Infrastruktur sind ein Beweis für die Wertschätzung ihres Einsatzes. Wir befürworten eine Ausweitung des Bildungsurlaubsgesetzes zugunsten des Ehrenamtes. Wer bei gleicher fachlicher Qualifikation einen ehrenamtlich engagierten Bewerber bei Einstellungsverfahren und Beförderungen vorzieht, setzt ein Zeichen für das Ehrenamt und fördert die Verantwortungskultur im Unternehmen. Für die CDU in Niedersachsen hat der Öffentliche Dienst dabei eine besondere Verantwortung und Vorbildfunktion. Auch die Hochschulen sollen durch die Anrechnung von im Ehrenamt außerhalb der Hochschulen erworbenen Kenntnissen und durch Freistellungsmöglichkeiten für engagierte Studierende ehrenamtliches Engagement fördern.

(Auszug aus dem Zukunftsprogramm der CDU in Niedersachsen)