Aygyl Özkan

Wie die medizinische und pflegerische Versorgung in Niedersachsen gesichert und weiterentwickelt werden kann, war der inhaltliche Schwerpunkt der Sitzung des Landesvorstands der CDU in Niedersachsen am Freitag in Hannover. Sozial- und Gesundheitsministerin Aygül Özkan diskutierte mit den Mitgliedern des Landesvorstands. „Aktuell haben wir im bundesweiten und europäischen Vergleich in Niedersachsen eine gute bis sehr gute ärztliche Versorgung. Aber wir handeln bereits jetzt, um diesen Standard dauerhaft zu halten“, so die Ministerin. Für sie sei wichtig, dass sich Ärzte und Pfleger auch in Zukunft gut und verlässlich im ganzen Land um die Menschen kümmern könnten. In der Pflegepolitik setzt Ministerin Özkan entschieden auf die Nachwuchsgewinnung. „Wir haben dafür gesorgt, dass Altenpflegeschüler kein Schulgeld mehr bezahlen müssen“, berichtete die Ministerin. Niedersachsen ist das einzige Bundesland, das zudem das dritten Umschulungsjahr komplett fördert. Aygül Özkan: „Unsere Programm trägt Früchte: Die Zahl der Auszubildenden ist in den letzten Jahren um rund 35 Prozent gestiegen.“ Die Länder müssten stärker an der medizinischen Bedarfsplanung beteiligt werden, forderte Aygül Özkan. „Dadurch wird man zukünftig besonders im hausärztlichen Bereich viel kleinteiliger und genauer auf die Gegebenheiten vor Ort reagieren können.“ Um Pflegekräfte vielseitiger einsetzen zu können, strebt Niedersachsen auf Bundesebene eine Vereinheitlichung der Ausbildungsgänge Alten- und Krankenpflege an. Auf diese Weise würden die Karriere- und Entwicklungsperspektiven der Pflegekräfte deutlich verbessert, meinte Aygül Özkan. „Von einer Zusammenlegung der Ausbildung profitieren am Ende alle Seiten.“ Um die medizinische Versorgung auf gutem Niveau zu halten, wurden seit 2003 insgesamt knapp zwei Milliarden Euro in die niedersächsischen Krankenhäuser investiert. Darüber hinaus fördert die Landesregierung die Niederlassung von Ärzten in weniger gut versorgten Gebieten in den Jahren 2012 und 2013 jeweils mit einer Million Euro. Im Modell Niedersachsen (MoNi) werden Hausärzte bei Hilfstätigkeiten durch qualifiziertes Personal entlastet. Außerdem sind in Niedersachsen drei Zukunftsregionen Gesundheit begründet worden. In den Modellregionen wird unter anderem die dringend benötigte sektorübergreifende Zusammenarbeit erprobt und Lösungsansätze entwickelt, die auf andere Regionen übertragbar sind. Zukunftsweisende Beispiele können zum Beispiel das Heimarztmodell und die Rollende Arztpraxis sein. Beim Modell Heimarzt in Lingen wird die Lebensqualität der Heimbewohner extrem verbessert. Darüber hinaus werden unnötige Krankenhauseinweisungen und Notarzteinsätze vermieden. Bei der Rollenden Arztpraxis könnten Ärzte in Kleinbussen zu den Patienten kommen, um die Medizinische Basisversorgung auch in dünn besiedelten Gebieten sicherzustellen. „Wir werden nach Abschluss der Modellprojekte eine Initiative starten, um die erfolgreichen Ansätze flächendeckend etablieren zu können“, kündige Aygül Özkan im Landesvorstand der CDU in Niedersachsen an.