Schulklasse während des Unterrichts
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Für gute Schulen

Wir führen keine Debatten mehr über Schulstrukturen. Wir wollen Ruhe an den Schulen. Wir müssen aber die Qualität von Schule und von Bildung verbessern. Unser Leitgedanke ist: Keine Schule wird bevorzugt, keine Schule wird benachteiligt, alle Schulen werden gleichbehandelt.

Die Unterrichtsversorgung muss in ganz Niedersachsen flächendeckend gesichert sein. Das gilt sowohl für allgemeinbildende als auch für berufsbildende Schulen.

  • Wir geben den Schülerinnen und Schülern eine Unterrichtsgarantie. Dabei muss der Pflichtunterricht nach Stundentafel im Mittelpunkt stehen. Wir werden dafür nicht die Unterrichtsverpflichtung erhöhen. Lehrkräfte mit besonderen Aufgaben und Funktionen erhalten als erforderlichen Zeitausgleich weiterhin Entlastungsstunden. Wir werden sie zusätzlich von unterrichtsfremden, insbesondere nicht-pädagogischen Aufgaben entlasten. Dafür stellen wir zusätzliche Verwaltungsmitarbeiter, pädagogische Mitarbeiter, Schulsozialarbeiter und anderes hierfür qualifiziertes Personal zur Verfügung.
  • Gemeinsam mit den Bildungsverbänden wollen wir ein Unterrichtssicherungspaket schnüren, um mehr Unterricht für unsere Schüler zu garantieren.
  • Alle Schulen in Niedersachsen sollen ihren Schülerinnen und Schülern bis 2022 ein umfassendes Ganztagsangebot unterbreiten. Die Teilnahme daran soll freiwillig bleiben.
  • Wir werden in Abstimmung mit den Bildungsverbänden und Gewerkschaften die Lehrerarbeitszeit erheben, um Klarheit über die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden unserer Lehrkräfte zu erhalten. Die bereits vorhandenen Studien und Erhebungen bilden hierfür eine wichtige Grundlage und sollen berücksichtigt werden.
  • Wir werden an allen Schulen die schulische Sozialarbeit in Landesverantwortung ausbauen.
  • Eine Entlastung von Lehrkräften über 55 Jahren wird zum Schuljahr 2018/19 erfolgen.
  • Wir werden die Studienkapazitäten für Lehrer und Sonderpädagogen entsprechend dem wachsenden Bedarf ausweiten.

Inklusion und Förderschulen

Die CDU bekennt sich zur Umsetzung der Inklusion an allen Schulen. Entscheidend ist für uns dabei das Wohl der Kinder mit und ohne Behinderung gleichermaßen.

  • Wir werden mit Experten und den Beteiligten beraten und entscheiden, wie wir mit den vorhandenen Ressourcen umgehen und wie das sich immer stärker abzeichnende Fehlen von Förderschullehrkräften an unseren Schulen gelöst werden kann.
  • Mit uns wird es weiterhin Förderschulen für alle Formen ohne Einschränkungen geben. Eine CDU-geführte Landesregierung wird die Auflösung der Förderschulen, insbesondere im Sekundarbereich I des Schwerpunktes Lernen, umgehend, spätestens aber zum neuen Schuljahr 2018/2019 beenden. Die Förderschulen Sprache werden als eigene Förderschulform wieder in das Niedersächsische Schulgesetz aufgenommen.
  • Wir wollen Förderzentren zu Förderschulzentren weiterentwickeln, um ein gut erreichbares Regionalnetz von bis zu 150 Förderschulzentren im Land aufzubauen. Sie vereinigen alle Förderschwerpunkte unter einem Dach und bieten allen Schülerinnen und Schülern, unabhängig vom Förderschwerpunkt, einen geschützten Raum und sorgen als multiprofessionelles Zentrum für guten Förderschulunterricht und für hochwertige Unterstützung in allen Schulen.
  • Wir werden die Fortbildungsangebote zur Inklusion für Lehrkräfte weiter ausbauen.

Lehrkräfte

Guter Unterricht gelingt nur mit gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern. Sie verdienen unsere volle Unterstützung und Wertschätzung bei der Ausübung ihres Berufs.

  • Wir geben jedem Lehramtsstudierenden, der in Niedersachsen erfolgreich sein Studium absolviert, eine Einstellungsgarantie.
  • Der Lehrerberuf und die Anforderungen an ihn sind sehr unterschiedlich. Deshalb brauchen wir eine schulformspezifische Lehrerausbildung und keine Einheitslehrerausbildung.
  • Wir werden die Attraktivität des Lehrerberufs steigern, um mehr junge, motivierte Lehrkräfte für allgemein- und berufsbildende Schulen zu gewinnen.
  • Wir werden eine Fachlehrerprämie einführen, um Abiturientinnen und Abiturienten für ein lehramtsbezogenes Studium in WiMINT-Fächern zu gewinnen.

Grundschulen

Viele niedersächsische Grundschulen leiden unter zu großen Klassen, Lehrermangel oder unbesetzten Rektorenstellen.

  • Mit einem „Zukunftsvertrag Grundschule“ werden wir die Kommunen beim Erhalt wohnortnaher Grundschulen unterstützen. Gerade für Grundschülerinnen und Grundschüler muss das Prinzip „Kurze Wege für kurze Beine“ weiter gelten.
  • Wir werden den Einschulungszeitpunkt flexibilisieren. Die Entscheidung darüber liegt grundsätzlich bei den Eltern.
  • Wir werden in allen Grundschulen wieder Noten ab dem 3. Schuljahrgang einführen.
  • Wir werden den Eltern für ihr Kind am Ende der Grundschulzeit eine Schullaufbahnempfehlung sowie zusätzliche Informationen mit auf den Weg geben.
  • Alle Kinder müssen am Ende der Grundschulzeit die Grundfähigkeiten wie Lesen, Rechtschreibung und Rechnen beherrschen.
  • Die Methode „Schreiben nach Gehör“ und die vereinfachte Ausgangsschrift lehnen wir ab.
  • Eine Grundschulleitung ist mindestens in der Besoldung A 13 eingruppiert. Die Stellenbesoldung für Leitung in Schulverbünden werden wir auf A 14 anheben.

Leistungsstandards

Wir wollen hohe Leistungsstandards an unseren Schulen.

  • Die pädagogische Option des Wiederholens einer Klassenstufe ist sinnvoll. Die bestehenden Regelungen werden nicht weiter aufgeweicht.
  • Die Schulinspektion in Niedersachsen wird sich künftig auf die Unterstützung und die Verwirklichung von Qualitätsstandards an Schulen konzentrieren.
  • Wir wollen die Qualitätskontrollen für die Aufgabenerstellung beim niedersächsischen Zentralabitur und bei allen anderen zentralen Prüfungen verbessern.
  • Wir werden ein Programm für Schülerstipendien auflegen, das gezielt begabte Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg unterstützt. Das Stipendium richtet sich an Kinder und Jugendliche aus Familien mit kleinen Einkommen. Diese wollen wir mit einem jährlichen Bildungsgeld von 2.400 Euro (200 Euro pro Monat) unterstützen.

Berufliche Bildung

Die allgemeine und die berufliche Bildung sind gleichwertig.

  • Wie an den allgemeinbildenden muss auch an den berufsbildenden Schulen die Unterrichtsversorgung flächendeckend deutlich verbessert werden.
  • Die Stellenstreichungen an berufsbildenden Schulen werden als Voraussetzung für ihre Qualitätsentwicklung ab dem Schuljahr 2018/2019 umgehend zurückgenommen.
  • Wir werden die wohn- und betriebsnahe Ausbildung und berufliche Beschulung sicherstellen. Dabei setzen wir auch auf zukunftsfähige digitale Unterrichtsmodelle.
  • Die berufsbildenden Schulen (BBS) sollen künftig stärker Teil des regionalen Wirtschaftsstandortes werden. Das bedeutet die Wiederbelebung des ursprünglichen Gedankens aus dem Schulversuch „Projekt Berufsbildende Schulen als Regionale Kompetenzzentren“ (ProReKo).
  • Wir werden die duale Ausbildung gemeinsam mit den Kammern weiterentwickeln, um die Qualität der beruflichen Ausbildung auf hohem Niveau zu sichern.

Digitale Bildung

Digitale Bildung bereitet die Schülerinnen und Schüler auf die Zukunft vor.

  • Mit einer Informatikoffensive werden wir stufenweise ab 2020 an allen Schulformen ab dem 5. Schuljahrgang Informatikunterricht als Pflichtfach einführen. Grundschulen können sich beteiligen.
  • Mit einer „Log-In-Offensive“ werden wir erreichen, dass Schülerinnen und Schüler ab Klasse 4 im Unterricht mit Laptop oder Tablet arbeiten können.
  • Mit einer Fortbildungsoffensive sollen innerhalb von fünf Jahren alle Lehrkräfte mit digitalen Medien unterrichten können.
  • Das Land und die Schulträger werden gemeinsam die notwendige Infrastruktur für einen Gigabit-Anschluss und ein verlässliches WLAN-Netz an allen Schulen schaffen.