Mit einem Gerücht räumte Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring gleich zu Beginn auf: „Wir haben keine Steuer-Mehreinnahmen sondern weniger Wenigereinnahmen.“ Damit erteilte er den Forderungen der Opposition nach Beendigung des Sparkurses eine klare Absage. „Weniger weniger ist nicht gleich mehr“, erklärte Möllring. Noch immer mache Niedersachsen jedes Jahr neue Schulden. Dies wolle er so schnell wie möglich ändern. Gut 100 CDU-Mitglieder waren zum dritten Teil der Diskussionsreihe „Niedersachsen im Gespräch“ in das Wilfried-Hasselmann-Haus in Hannover gekommen, um die Diskussion zwischen Möllring und dem Landesvorsitzenden des DGB Niedersachsen, Hartmut Tölle, zu verfolgen. Dieser plädierte dafür, trotz des richtigen Konsolidierungskurses von Stellenstreichungen im öffentlichen Dienst abzusehen. Auf eine Frage des Moderators Andreas Kuhnt nach dem Umzug der Hannoverschen Beteiligungsgesellschaft ins emsländische Groß Berßen entgegnete Möllring: „Meine Aufgabe ist es, möglichst wenig auszugeben. Wir sparen dadurch eine Million Euro im Jahr.“ Wer die Beteilungsgesellschaft wieder nach Hannover holen wolle, der muss dem Steuerzahler erstmal erklären, warum ihm das eine Million Euro wert ist. Tölle forderte dagegen eine Vermögenssteuer. Er erwarte von Möllring, der auch auf Bundesebene großen Einfluss habe, Berliner Gesetzesvorhaben zur Steuerpolitik in diese Richtung zu lenken.