Landwirtschaft in Niedersachsen
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Für eine erfolgreiche Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft

Die niedersächsische Agrar- und Ernährungswirtschaft ist unser wichtigster Wirtschaftszweig nach der Fahrzeugindustrie. Die Rahmenbedingungen müssen es den Landwirten ermöglichen, wirtschaftlich zu arbeiten und mit ihrem Beruf sich und ihre Familie zu ernähren.

Wir stehen für eine Politik, die Landwirte für die erbrachten Leistungen wertschätzt aber auch den Erwartungen der Verbraucher an einen zeitgemäßen Umwelt-, Tier- und Naturschutz Rechnung trägt. Wir stehen für eine vorurteilsfreie Erzeugung von Lebensmitteln – sei es in ökologischer oder konventioneller Erzeugung.

Jeder Landwirt soll wieder Vertrauen in die Landesregierung und ihre ordnungsrechtlichen Vorgaben haben.

  • Jeder neuen Gesetzesinitiative und Regelung soll eine Folgenabschätzung für die wirtschaftliche Praxis vorangehen.
  • Bei rechtlich notwendigen neuen Vorgaben für Ställe oder Tierhaltungen werden wir Rücksicht auf die Abschreibungszeit von Investitionen nehmen.
  • Wir planen einen Bestandsschutz für ihre Dauer und eine Vereinfachung des Baurechts bei Umbauten im Bestand.
  • Jeder moderne Stall erhöht die wirtschaftliche Effizienz des Betriebs und ist zugleich ein Zugewinn an Tierwohl. Wir setzen uns daher für das privilegierte Bauen und Umbauen landwirtschaftlicher Stallanlagen im Außenbereich ein.
  • Neu-, Um- und Erweiterungsbauten von Ställen, die höchsten Tierwohlstandards genügen und die zugleich die Emissionen und die Immissionsbelastung der Umwelt deutlich reduzieren, sollen einfacher genehmigt werden können.
  • Wir werden die Gebühren für anlasslose Kontrollen in der Land- und Ernährungswirtschaft, die im öffentlichen Interesse liegen und zu keinen wesentlichen Beanstandungen geführt haben, wieder abschaffen.
  • Wir werden das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) auf den Stand vor 2013 anheben.
  • Wir werden die Programme zur Verbesserung des Wirtschaftswegebaus besser ausstatten und die Kommunen beim Ausbau unterstützen.
  • Für einen gelingenden Generationswechsel verteidigen wir das landwirtschaftliche Sondererbrecht, insbesondere über die Höfeordnung.
  • Wir werden Imagekampagnen für die Landwirtschaft finanziell fördern.
  • Wir werden ein Junglandwirte-Förderungsprogramm auf den Weg bringen.

Landwirtschaftliche Betriebe haben mit Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten zu kämpfen.

  • Wir werden den Berichts- und Kontrollaufwand auf ein Minimum begrenzen.
  • Wir werden Stichtagsmeldevorgaben so weit wie möglich auf einen angemessenen Zeitraum konzentrieren.

Die Land- und Ernährungswirtschaft muss im internationalen Wettbewerb bestehen können.

  • Neben Nahrungsmitteln ist Know-how der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft im Ausland gefragt. Daher sprechen wir uns im Rahmen von Freihandelsabkommen für verbindliche Standards und faire Wettbewerbsbedingungen aus.
  • Die Landwirtschaft ist auf den Export ihrer Produkte angewiesen. Um neue ausländische Märkte erschließen zu können, werden wir die Außenwirtschaftsförderung vorantreiben.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass die Mittel für die europäische Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) stabil bleiben.
  • Wir lehnen das sogenannte Greening in seiner jetzigen Form ab. Unser Ansatz ist: Weniger Fläche aus der Bewirtschaftung nehmen, diese aber effizient gestalten.

Die artgerechte Haltung der Tiere ist elementarer Bestandteil der Arbeit und Ausbildung auf den Höfen in Niedersachsen.

  • Um das Tierwohl weiter zu verbessern, werden wir Forschung und Entwicklung von neuen, modernen Tierhaltungssystemen finanziell fördern.
  • Wir werden die Erkenntnisse des Tierschutzplans Niedersachsen ergebnisoffen weiterentwickeln, um weitere Verbesserungen des Tierschutzes vereinbaren zu können, ohne tierhaltende Betriebe finanziell und organisatorisch zu überfordern.
  • Wir appellieren an die Marktteilnehmer, Initiativen für mehr Tierwohl zu unterstützen.

Die bei uns produzierten Lebensmittel sind qualitativ hochwertig. Das garantieren die gesetzlichen Vorgaben, Kontrollen und die Sachkunde der Landwirte und Verarbeiter.

  • Wir setzen uns für Transparenz bei der Herstellung von Lebensmitteln innerhalb der gesamten Produktionskette ein.
  • Wir werden „Made in Niedersachsen“ als Qualitätssiegel für Nahrungsmittel etablieren. Diese Produkte sollen für den Verbraucher auf den ersten Blick, erkennbar mit der Niedersachsenflagge gekennzeichnet werden dürfen.
  • Wir werden mit den Landfrauenverbänden das Thema Wertschätzung von Lebensmitteln an die Schulen bringen. Schülerinnen und Schüler sollen unmittelbar Erfahrungen mit der Erzeugung und der Weiterverarbeitung von Lebensmitteln sammeln können. Im Rahmen eines Aktionsplans werden wir gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen.
  • Wir werden das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg als zentrale Kontrolleinrichtung erhalten. Dezentral setzen wir auf eine vernetzte Zusammenarbeit mit den Veterinär- und Lebensmittelbehörden der Landkreise.
  • Wir werden die Milcherzeuger und die Molkereien im Wettbewerb unterstützen. In Krisenzeiten bedarf es einer Marktintervention, die Dumpingpreise verhindert, und ggf. eines flankierenden Bürgschaftsprogramms des Landes.

Grund und Boden sollen im Eigentum ortsansässiger Landwirtsfamilien bleiben.

  • Wir setzen uns für einen ermäßigten Grunderwerbssteuersatz für aktive Landwirte ein.
  • Wir wollen den Verlust von landwirtschaftlichen Nutzflächen durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen eindämmen. Dafür sollen die finanzielle Kompensation und der Ersatz in produktionsintegrierte Bewirtschaftung oder qualitative Aufwertung von bestehenden Schutzgebieten möglich werden.
  • Wir wollen Ersatzgeldzahlung als gleichwertige Alternative zu Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen einführen. Die Kompensationszahlungen müssen vollständig naturschutzfachlichen Zielen dienen.

Die Landwirtschaft leistet ihren Beitrag zum Erreichen der Klima- und Umweltschutzziele.

  • Mit Beratung und Kontrolle der Vorgaben aus dem Düngerecht werden wir dafür Sorge tragen, dass sich die Qualität von Grund und Trinkwasser verbessert. Wir werden Projekte zur Weiterentwicklung der bedarfsgerechten Düngung und zur Schließung sinnvoller Nährstoffkreisläufe fördern.
  • Wir werden den erfolgreichen kooperativen Gewässerschutz ausbauen und die Ausweitung der freiwilligen Maßnahmen der landwirtschaftlichen Betriebe verfolgen.
  • Wir werden uns bei der Fortschreibung der GAP für attraktive, bürokratiearme Agrarumweltprogramme zur Verbesserung der Artenvielfalt einsetzen.
  • Wir werden ein Förderprogramm von extensivem Grünland schaffen, damit in Niedersachsen eine wirtschaftlich auskömmliche Weidetierhaltung möglich bleibt.
  • Wir brauchen praxistaugliche Immissionsregelungen in unseren Dörfern. Bauliche Entwicklung muss sowohl für ortsansässige junge Familien als auch Landwirte möglich sein.

Unser Ziel ist eine flächendeckende, ökologisch und ökonomisch nachhaltige sowie multifunktionale Forstwirtschaft. Niedersachsens Wälder erbringen mit dem Rohstoff Holz die Grundlage für zahlreiche Betriebe und Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette.

Die Fischerei an der Küste und im Binnenland ist eine der ältesten Wirtschaftsformen und gehört zu unserem Kulturgut. Wir setzen uns dafür ein, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Fischerei zu sichern und auszubauen. Es ist hierzu notwendig, die bestehenden Betriebe zu erhalten und für die Zukunft Rahmenbedingungen zu schaffen sowie die nachhaltige Fischerei und Teichwirtschaft/Aquakultur weiter zu fördern.